Prokrustesbett


Prokrustesbett
Pro|krụs|tes|bett auch: Prok|rụs|tes|bett 〈n. 27; unz.; fig.〉 Schema, in das etwas mit Gewalt hineingezwängt werden soll [nach Prokrustes, dem Unhold der griech. Sage, der bei ihm einkehrende Wanderer in ein Bett legte u. sie entweder streckte od. ihnen die Füße abschlug, bis sie hineinpassten]

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Pro|k|rus|tes|bett, das <Pl. selten> [nach Prokrustes, einem Unhold der griech. Sage, der bei ihm einkehrende Wanderer in ein Bett zwang, indem er überstehende Gliedmaße abhieb od. zu kurze mit Gewalt streckte] (bildungsspr.):
Schema, in das jmd., etw. gezwängt wird.

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Prokrustesbett
 
Der griechische Geschichtsschreiber Diodor (1. Jh. v. Chr.) berichtet in seiner 40 Bücher umfassenden Weltgeschichte von Prokrustes, einem riesenhaften Unhold und Wegelagerer in der griechischen Mythologie. Dieser nahm Vorbeiziehende gefangen und streckte ihre Körper (griechisch προκρούστης = Strecker), bis sie in sein großes Bett passten, oder er verstümmelte sie, bis sie für sein kleines Bett die richtige Größe hatten. Danach wird »Prokrustesbett« übertragen gebraucht für eine unangenehme Lage, in die jemand mit Gewalt gezwungen wird, oder für ein Schema, in das etwas gewaltsam hineingezwängt wird.

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Pro|krụs|tes|bett [...tɛs...], das; -[e]s [nach Prokrustes, einem Unhold der griech. Sage, der bei ihm einkehrende Wanderer in ein Bett zwang, indem er überstehende Gliedmaßen abhieb od. zu kurze mit Gewalt streckte] (bildungsspr.): Schema, in das jmd., etw. gezwängt wird: „Homosexuelle!“ Mit einem solchen Schlagwort pressen wir ganz unterschiedliche Menschen in das P. unserer Zwangsvorstellungen (Wiedemann, Liebe 189).

Universal-Lexikon. 2012.